odm

 

Quelle :http://www.dog.org/1999/abstract99/678.html

 

Hintergrund:

Der Zentralvenendruck ist abhängig vom intrakraniellen Druck, da der Nervus opticus innerhalb der Nervenscheide von Liquorflüssigkeit umgeben ist. Beim Kollabieren oder Pulsieren der Zentralvene übersteigt der Hirndruck den Zentralvenendruck. Baurmann beschrieb 1925 als erster diesen Zusammenhang. Er empfahl die Messung des Zentralvenendruckes, um die Höhe des intrakraniellen Druckes zu bestimmen. Bislang ist diese Überlegung aber noch nicht verifiziert worden. Wir haben den Zentralvenendruck nicht-invasiv mittels Ophthalmodynamometrie (ODM) bestimmt und die Befunde mit den Ergebnissen der konventionellen Hirndruckmessung verglichen.

Patienten und Methodik: 55 Patienten mit Verdacht auf Hydrozephalus, Schädel-Hirnverletzungen oder anderen mit Erhöhung des intrakraniellen Druckes einhergehenden Erkrankungen wurden in die Studie aufgenommen. Bei allen Patienten wurde der intrakranielle Druck wenigstens 24 Stunden über einen intraventrikulären Katheter oder eine epidurale Sonde bestimmt. Während dieser Zeit erfolgte zusätzlich eine Bestimmung des Zentralvenendruckes mittels Ophthalmodynamometrie.

Ergebnisse: Der Zentralvenendruck korreliert eng mit dem intrakraniellen Druck (r>0,9)

Schlußfolgerung: Die Messung des Zentralvenendruckes mittels ODM ist nach den Ergebnissen unserer Studie ein zuverlässiges Verfahren, auf nicht-invasivem Wege den intrakraniellen Druck zu bestimmen. Die Durchführung einer ODM erfordert bei wachen Patienten ein gewisses Maß an Mitarbeit. Bei komatösen Patienten kann sie hiervon unabhängig erfolgen, sofern eine Öffnung der Lidspalte möglich ist. Gewöhnlich ist jedoch eine medikamentöse Mydriasis erforderlich, die bei komatösen Patienten eigentlich unerwünscht ist. Zu den Kontraindikationen gehören eine hohe Myopie und vorausgegangene intraokulare Eingriffe. Die ODM ermöglicht nur eine augenblickliche Erfassung des intrakraniellen Druckes und ist daher für eine dauerhafte Ableitung nicht geeignet. Sie kann jedoch als Screening-Verfahren eingesetzt werden, wenn der Verdacht auf eine Erhöhung des intrakraniellen Druckes besteht.

Otto-von-Guericke-Universität, Leipziger Str. 44, D-39120 Magdeburg
*Klinik für Augenheilkunde
**Klinik für Neurochirurgie 

M. Motschmann*, C. Müller*, M. Schütze**, R. Firsching**, W. Behrens-Baumann*

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